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2017 / 09 / 12 – Blood and Sand, the Colours of the Middlesex Regiment

© Arnd Wöbbeking

 

Blood & Sand, the colors of the Middlesex regiment were once again blowing through the Linsingen Barracks at Süntelstraße in Hameln

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Blood & Sand, die Farben des Middlesex Regiments wehten noch einmal durch die Linsingen Kaserne an der Süntelstraße in Hameln.

It was 51 years since Ray Shave and Brian Hedges had seen and spoken. Half a century, a long time … .. but from the beginning reported:

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51 Jahre ist es her, das sich Ray Shave und Brian Hedges das letzte Mal gesehen und gesprochen haben. Ein halbes Jahrhundert, eine lange Zeit….. doch von Anfang an berichtet:

Readers of the website www.british-army-in-hameln.com know, I dealt extensively with the history of the troops of the British Army, which had previously been stationed in Hameln! Also, I am often traveling in Germany to see, observe and photograph British troops. On my research trips, I also came to Herford in 2015, when the British military gave up the base there. At a farewell concert of British Royal Engineers on the market square, I met a man. Typical clothes in Tweed and also the cap pointed him out as an English gentleman. I talked to him and Ray, so his name, told me that he also knows Hameln very well, because he was there once stationed. I thought Ray had been there with the Royal Engineers, so I asked Ray when and with what squadron of the Royal Engineers he had been in Hameln. Ray just shook his head and said: No, No, I’m not an Engineer, I am a „Die Hard!“. You’re a „Die Hard“? I asked him, „Then you have been with the Middlesex Regiment in Hameln, one of the two infantry regiments that have been in Hameln a long time ago?“ „Right, Ray replied,“ Once a „Die Hard“ always a „Die Hard“ and smiled. I agreed to a week later with Ray to learn more about his time in Hameln. The conversation with Ray was more than interesting to me. I learned a lot about the Middlesex Regiment and the situation of the British troops in Hameln during their time. Ray had a good memory of his time and could also describe the building configuration in Gordon Barracks. It was an eerily valuable visit and information exchange. Back home I wrote a report about this interview with Ray Shave and published it on my website. Three or four weeks later, I received an unusual response to this article. From England, Brian Hedges wrote a comment on this report and asked me if I am still in contact with Ray. I asked hiim why he would like to know and Brian wrote back he and Ray had served together with the regiment and were best friends at the time. I immediately informed Ray of this mail and Ray allowed me to share his contact information. Incredible 5 hours Ray and Brian then telephoned, 51 years a long time in which a lot happened, so Brian reported in another mail.

Brian and I agreed that when Brian would come back to Germany to meet Ray, both would come to Hameln. Well, a few weeks ago the time comes, I got a mail from Brian. He wrote he is on the way to visit Ray now. I almost could not believe it, but we arranged a lunch at „GEORGES“ on 12.09.2017. Thus, the restaurant „Zum Schultheiss“ is named by almost all the soldiers who had previously been stationed in Hameln. Ray and Brian know it even better than „SCORPION“. This nickname was given to Georg Kretschmer, the founder of the pub, who founded also a football team at the time, and the club was chosen as the club’s home. This was also confirmed by Jörg Kretschmer, grandson and present chef of the restaurant.

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Brian 1961 in front of the „SCORPION“

56 years later together with Ray before the „Scorpion“.

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Wie aufmerksame Leser der Webseite www.british-army-in-hameln.com wissen, beschäftigte ich mich intensiv mit der Geschichte der ehemals in Hameln stationierten Truppen der Britischen Armee! Auch sonst bin ich viel in Deutschland unterwegs um britische Truppen zu sehen, zu beobachten und zu fotografieren. Auf meinen Recherche-Reisen kam ich im Jahr 2015 auch nach Herford, als das britische Militär den Stützpunkt dort aufgegeben hat. Bei einem Abschiedskonzert britischer Royal Engineers auf dem Marktplatz lernte ich dort einen Mann kennen. Typische Kleidung in Tweed und auch die Mütze wiesen ihn als englischen Gentleman aus. Ich kam mit Ihm ins Gespräch und Ray, so hieß der Mann erzähle mir, das er Hameln auch gut kennt, weil er dort einmal stationiert gewesen ist. Ich dachte Ray wäre bei den Royal Engineers gewesen und so fragte ich Ray wann und mit welcher Squadron der Royal Engineers er in Hameln gewesen ist. Ray schüttelte nur den Kopf und sagte: No, No, I am not an Engineer, I am a „Die Hard!“. Du bist ein „Die Hard“? fragte ich ihn, „Dann bist Du mit dem Middlesex Regiment in Hameln gewesen, einem der beiden Infanterie Regimenter die vor langer Zeit mal in Hameln gewesen sind?“ „Richtig, entgegnete Ray, „Once a „Die Hard“ always a „Die Hard“ und lächelte. Ich verabredete mich auf eine Woche später mit Ray um mehr über seine Zeit in Hameln zu erfahren. Die Unterhaltung mit Ray war mehr als interessant für mich. Erfuhr ich doch eine ganze Menge über das Middlesex Regiment und die damalige Situation der britischen Truppen in Hameln. Ray hatte eine gute Erinnerung an seine Zeit und konnte auch die Gebäudekonfiguration in den Gordon Barracks beschreiben über die ich bis dahin so gut wie nichts in Erfahrung bringen konnte. Es war ein unheimlich wertvoller Besuch und Informationsaustausch. Wieder zuhause schrieb ich einen Bericht über dieses Interview mit Ray Shave und veröffentliche ihn auf meiner Webseite. Drei oder vier Wochen später erhielt er eine ungewöhnliche Reaktion auf diesen Artikel. Aus England meldete sich Brian Hedges auf diesen Report und fragte mich, ob ich mit Ray noch Kontakt hätte. Auf Nachfrage warum Brian das wissen möchte erklärte mir Brian, das er und Ray zusammen bei dem Regiment gedient haben und seinerzeit beste Freunde waren. Ich unterichtete sofort Ray von dieser Mail und Ray erlaubte mir seine Kontaktdaten weiterzugeben. Unglaubliche 5 Stunden telefonierten Ray und Brian dann, 51 Jahre eine lange Zeit in der eine ganze Menge passiert ist, so berichtete Brian dann in einer weiteren Mail. 

Brian und ich vereinbarten, das wenn Brian irgendwann noch einmal nach Deutschland kommen würde um Ray zu treffen, beide auch nach Hameln kommen.  Nun vor einigen Wochen war es dann tatsächlich soweit, ich bekam eine Mail von Brian, das er auf dem Weg zu Ray ist. Ich konnte es fast nicht glauben, aber wir verabredeten uns für den 12.09.2017 bei „GEORGES“. So wird das Restaurant „Zum Schultheiss“ bei fast allen ehemals in Hameln stationierten Soldaten genannt. Ray und Brian kennen es allerdings noch besser als „SCORPION“. Diesen Spitznamen erhielt es, weil Georg Kretschmer der Gründer des Pubs seinerzeit eine Fussballmannschaft mit begründet hat und der damalige Pub als Vereinsheim auserkoren wurde. Das konnte auch Jörg Kretschmer, der Enkel und jetziger Küchenchef des Restaurants bestätigen. 

Through the good contacts to Thomas Haeckel, the second chairman of the British-German Club, I managed to get the two „Die Hards“, access to Gordon Barracks. Shortly before 12 o’clock Thomas Haeckel met. Haeckel greeted the two veterans and went on through the former barracks on Süntelstraße. Thomas and I listened intently to the stories of the two Englishmen. The toru started at the Main Gate and Ray gave an anecdote.

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Durch die guten Kontakte zu Thomas Haeckel, dem 2. Vorsitzenden des British-German Club gelang es mir, den beiden „Die Hards“, die sich solange nicht gesehen hatten, noch einmal Zugang zu „Ihrer“ ehemaligen Kaserne (Gordon Barracks) zu verschaffen. Kurz vor 12 Uhr traf Thomas Haeckel. Haeckel begrüßte die beiden Veteranen und auf ging es durch die ehemalige Kaserne an der Süntelstraße. Gespannt lauschten Thomas und ich den Geschichten der beiden Engländer. Eine Anekdote gab Ray gleich vorne an der Wache zu Besten.

Thomas Haeckel and both „DIE HARDS“ at the Main Gate of GORDON BARRACKS

1959, Ray and 15 of his comrads were out in to the town of hameln. Of course they had to be back in the barracks again in time, but that did not work quite well…. they all stood with their backs to the wall, and the first went to the guard. „Let me in, I know I’m too late, but the city was so busy …… and I did not make it faster!“ … .. Ok, go through, but do not get caught when you go to the room“, that was the response of the guard. Now, after the fourth or fifth, who told the guard the same story, the guard went out in front of the gate and he saw the comrades from Ray, who were leaning against the wall, who all looked at him with an embarrassed smile. The servant must have thought about his own time, because he just shook his head and hissed: „Get in, but hurry up and do not get caught, I have no desire to bring everything back 10 times!!“ so this story come to a good end for Ray and his comrades.

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1959 waren sie mit 15 Kameraden unterwegs in der Stadt. Natürlich mussten sie zum Zapfenstreich wieder in der Kaserne sein, das hat aber nicht ganz pünktlich geklappt…… sie stellten sich alle mit dem Rücken zur Mauer und der erste ging zum Wachhabenden vor…. „Lassen Sie mich bitte rein, ich weiß das ich zu spät bin, aber die Stadt war so voll…… und ich habe es nicht schneller geschafft!“….. Ok, gehen Sie durch, aber lassen sie sich nicht erwischen, wenn sie auf die Stube gehen…… !“, das war die Antwort des Wachhabenden. Nachdem nun der vierte oder fünfte sich beim Wachhabenden dieser Ausrede bediente, ging dieser vor das Tor und sah die an der Mauer lehnenden Kameraden von Ray, die ihn alle mit einem verlegenen Lächeln anschauten….! Der Diensthabende musste wohl an seine eigene Zeit gedacht haben, denn er schüttelte nur den Kopf und zischte: „Los rein, aber beeilt Euch und lasst Euch nicht erwischen, ich habe keine Lust alles noch 10x mal zu wieder holen……!“ So nahm dieses zu spät kommen ein gutes Ende für Ray und seine Kameraden.

Thomas opened the „Gate to the Past“

Slowly Ray and Brian let their eyes wander over the terrain. The basic structure is as in our time, the two told. Thomas Haeckel showed the two the Commanding Officer’s office, but of great interest to both was of course to see how your room looks now. In the past there were long dormitories, they said, partly with up to 15 men in a room. This has changed the army now and so the rooms have become smaller. But the view from „your window“ you do not forget, both said.

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Langsam ließen die beiden Ihre Blicke über das Gelände schweifen. Die Grundstruktur ist wie zu unserer Zeit, erzählten die beiden. Thomas Haeckel zeigte den beiden u.a. das Büro des Commanding Officers, aber von größtem Interesse für beide war natürlich zu sehen wie Ihre Stube von damals aussieht. Früher waren es lange Schlafsäle, so sagten die beide, teilweise mit bis zu  15 Mann auf einer Stube. Das hat die Armee inzwischen geändert und so sind die Räume inzwischen auch kleiner geworden. Aber den Blick aus „DEINEM“ Fenster vergisst du nicht, darin waren sich beide einig.

A walk through the past….

Thomas, Brian and Ray in the Commander’s Office

 

Brian in his room long time ago……

…and many years later….

Ray (far right) with two comrades 1961…..

…and many years later….

Ray strolled between two blocks toward the cinema. A quiet smile flitted across his face. I asked him why he must smile. „The cinema was still outside the barracks and I was late again. I do not know why, but I had to go back somehow …. I went to the cinema, there I was at the fence, it was still no wall, climbed up, put me on the top wire rope and jumped down within the Gordon Barracks!“ Ray told.

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Ray schlenderte dann zwischen zwei Blöcken hindurch in Richtung Kino. Ein leises Schmunzeln huschte über sein Gesicht. Ich fragte ihn warum er lächeln muss. „Das Kino war damals noch ausserhalb der Kaserne und ich bin ein weiteres Mal zu spät gekommen. Ich weiss nicht mehr warum,, aber ich musste ja irgendwie wieder rein…. ich ging zum Kino, dort bin ich an dem Zaun, es war damals ja noch keine Mauer, hinaufgeklettert, habe mich auf das oberste Drahtseil gestellt und bin innerhalb der Gordon Barracks hinuntergesprungen!“

Ray close to the Cinema

Brian also had a memory, which he even sent me as a picture. At that time, trees were also used as a sporting improvement on the grounds. In the two following pictures, you can see Brian standing in front of „his“ tree. However, more than 50 years between these two photos!

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Auch Brian hatte eine Erinnerung die er mir sogar schon als Bild gesendet hat. Bäume dienten damals auf dem Gelände auch als sportliche Ertüchtigung, auf den beiden folgenden Bildern seht Ihr Brian vor „seinem“ Baum stehen. Allerdings liegen mehr als 50 Jahre zwischen diesen beiden Photos!

We continued along the Corporal’s Mess on the Naafi and then headed for the main entrance. Brian had a group photo of what he and Ray were together with the comrades of the „B“ Company. The group photo was taken around 1961, now 56 years later the two put themselves back on this stairs and let me take a picture  on the same place.

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Weiter ging es an der Corporal’s Mess vorbei an der Naafi und dann wieder Richtung Haupteingang.  Brian hatte ein Gruppenfoto dabei, worauf er und Ray zusammen mit den Kameraden der „B“– Company zu sehen sind. Das Gruppenfoto ist ca. 1961 entstanden, nun 56 Jahre später stellten die beiden sich wieder auf diese Treppe und ließen sich von mir zum Abschied aus den Gordon Barracks fotografieren.

 



Before we went back to the „Restaurant Schultheiss“ for lunch, I led the two „Die Hards“ to the memorial that the British Army built in 2014. There, of course, I took another photo for the memory line!

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Bevor es zum Mittagessen zurück in das „Restaurant Schultheiss“ ging, führte ich die beiden „Die Hards“ zu dem Gedenkstein den die britische Armee im Jahre 2014 errichten ließ. Auch dort gab es natürlich noch ein Erinnerungsfoto.

At a lunch together, a few fascinating hours and insights into the past ended. Also for Jörg Kretschmer, the kitchen chef at the Süntelstraße restaurant, it was an honor to be with these two soldiers of the Middlesex regiment. Jörgs Grandfather gave them both their first beer to drink! 

A great day with many stories came to an end and we will definitely stay in touch. So we said good-bye and the two of them went back to Ray. Brian drove back to the UK two days later and in a mail from home, he asked me to thank Thomas Haeckel for the tour and Jörg Kretschmer & team for the great hospitality, which I gladly made!

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Bei einem gemeinsamen Mittagsessen fanden ein paar faszinierende Stunden und Einblicke in die Vergangenheit Ihr Ende! Auch für Jörg Kretschmer, dem Küchenchef des Restaurants in der Süntelstraße, war es eine Ehre sich mit diesen beiden Soldaten des Middlesex Regiments zu unterhalten. Tranken Sie doch bei seinem Großvater Georg, der das „Schultheiß“ 1952 eröffnete,  Ihr erstes deutsches Bier!

Ein toller Tag mit vielen Geschichten ging zu Ende und wir werden auf jeden Fall in Kontakt bleiben. So ver-abschiedeten wir uns und die beiden machten sich wieder auf den Weg zu Ray. Brian fuhr zwei Tage später wieder zurück auf die Insel und in einer Mail von zuhause aus, bat er mich den beteiligten, Thomas Haeckel für die Führung und Jörg Kretschmer & Team für die tolle Bewirtung zu danken, was ich gerne gemacht habe!

 

 

 

 

Über den Autor

Arnd Wöbbeking

Technischer Angesteller, Fotografie, EDV

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